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Der Dichter E.T.A. Hoffmann (1776-1822) erklärte einmal: "Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an". Dies müssen sich wohl die Schussenrieder Bürger gedacht haben, als in Schussenried die Auflösung des Klosters begann. Denn bis zur Aufhebung des Prämonstratenser-klosters im Gefolge des Reichsdeputationshauptschlusses im Jahre 1803 war dies nicht nur das Zentrum des religiösen Wirkens. Es war vielmehr auch ein Kristallationspunkt der Gelehrsamkeit, der Künste und der Musik. In der blühenden, im weiten Umkreis hochgeschätzten Klosterschule wurde der Musikerziehung ein breiter Raum gewährt. Ein Beispiel hierfür bietet am Ende des 18. Jahrhunderts der junge Konradin Kreutzer, der Sohn des Talmüllers von Meßkirch, der in der Klosterschule Musik studierte. Kurz vor der Aufhebung des Klosters, so berichtet Pfarrer Kohler, wurde das Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn aufgeführt. Dabei kann wohl davon ausgegangen werden, dass nicht nur die Musiker des Klosterkonvents, sondern auch Kräfte aus der Bürgerschaft mitgewirkt haben. Dieses, wohl noch vorwiegend geistlichreligiös bestimmte Wirken, wurde jäh durch die Säkularisierung unterbrochen.
Aber es kann sicher auch davon ausgegangen werden, dass sich Bauern, kleine Handwerker und Arbeiter zusammengefunden haben, um gemeinsam zu üben und bei mehr oder weniger festlichen Gelegenheiten zur Freude ihres Publikums musiziert haben. Wir dürfen daher sicher davon ausgehen, dass die musikalische Tradition des Klosters ab dem Jahre 1803 von den Laien übernommen und weitergeführt wurde. Mit gutem Recht kann davon ausgegangen werden, dass die Wurzel des Musikvereins bis in das Jahr 1803 zurückreicht. Der Chronist Franz Xaver Ruez, von Beruf Pfeifenmacher, der auch den Mesnerdienst versieht, berichtet von einer "Türkischen Musikkapelle", die am 29.07.1817 den ersten Roggenwagen, nach der Missernte des Jahres 1816, in festlicher Prozession begleitet. Er führt sogar die Namen der 13 Musikanten auf. Es waren dies: Xaver Kiene alt, Johann Christberger, Augustin Hescheler, Xaver Ruez, Johann Nepomuk Kiene, Alois Weber, Jakob Zell, Vinzenz Wezel, Jakob Moosher, Karl Zeller, Xaver Rieber, Augustin Rieger und Augustin Kiene. Diese Art von Kapelle nannte man auch "Janitscharen". Es war eine der ersten Phasen einer neuen Richtung unserer heutigen Blasmusik. Die Kapellen besaßen neue Klangfarben durch Trommeln, Kesselpauken, Becken, Triangeln und Schellenbaum, eine Besetzung mit mehr Rhythmus- und Lärminstrumenten, die komplett aus der Musik des osmanischen Eliteheeres übernommen wurde. Zum damaligen Zeitpunkt wurde auf eine Vereinsprotokollierung sicherlich nicht großen Wert gelegt, denn bei den Schussenrieder Vereinen finden wir über das 18. Jahrhundert sehr wenig, obwohl die Vereinsgründung des Turnvereins (1848), Liederkranz (1860) und der Feuerwehr (1872) in diesen Zeitraum fällt. Bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Hüttenwerks am 27. Juni 1840 wirkte die Musikkapelle mit. Ein Maler Namens Sauter aus Aulendorf hat den Festakt zum Anstich des Hochofens und dabei auch die Musikanten in einem Bild festgehalten. Auch wird berichtet, dass um das Jahr 1850 der Seifensieder Wilhelm Andelfinger, ein Vorfahre der Cafetiers-Familie Andelfinger, der Ortskapelle vorsteht, ein Musiker, der fast alle Instrumente beherrschte. Er darf wohl als der erste Vorstand und Dirigent des Musikvereins angesehen werden. Ihm folgt Franz Kiene als Leiter der Kapelle. Der Trompeter Theodor Schultheiß führt um 1880 die Kapelle. Dabei wird berichtet, dass in jener Zeit neben der Gemeindekapelle die so genannte Septanatskapelle von Franz Josef Zinser zum "Ulmer Hof" (heute VESUVIO) gegründet und geführt wird.
Im Juli 1884 fand in Ulm ein Sängerwettbewerb statt, an welchem auch der hiesige Liederkranz unter der Leitung des Ratschreibers Rau aus Biberach teilnahm. Am Bahnhof wurden die preisgekrönten Sänger von der Bevölkerung, von den Vereinen, zuvorderst der Musikkapelle empfangen und in den beleuchteten "Kronengarten" geleitet.
Am 22. März 1885 wurde am heutigen "Bürgerstüble", wo Konradin Kreutzer während seiner Klosterschulzeit wohnte, die im Hüttenwerk gegossene, nach einem Entwurf von Professor Glöckler in Biberach gestaltete Ehrentafel eingeweiht. Man geht wohl nicht fehl, dass auch bei dieser Feier die Musikkapelle eine wesentliche Rolle spielte.
Im Jahr 1886 trat Albert Uhl, der in der Heilanstalt als hauptamtlicher Musiklehrer angestellt war, auf den Plan. Er hat im wahrsten Sinne des Wortes in unserer Heimatgemeinde Musikgeschichte geschrieben. Albert Uhl verstand es auch, ab dem Jahre 1890 die Mitglieder beider Kapellen (Gemeindekapelle und Septanatskapelle) immer enger um sich zu scharen. Er baute zu den Blechinstrumenten Holzblas- und Saiteninstrumente, sowie ein Schlagzeug ein. Für manche Laienmusiker war jedoch Albert Uhl ein zu unbequemer Mann, dessen musikalischen und disziplinarischen Anforderungen dem einen und anderen zu hoch angesetzt waren.
So kommt es im Jahre 1907 unter der Stabführung von Karl Gindele zur Gründung einer weiteren Kapelle, dem "Neuen Musikverein", und es ent-stand ein Wettstreit zwischen der "roten" und der "schwarzen" Musik. Mit dem 7. Dezember 1912 begann dann die protokollarisch verbürgte Arbeit des "Neuen Musikvereins". Das Protokollbuch trägt die Nummer II. Leider ist Nummer I nicht mehr auffindbar.
Bei dieser Generalversammlung wurde Johannes Behr als Vorstand gewählt und Karl Gindele als Dirigent. Die Weihnachtsfeier des Radfahrvereins im Ochsensaal umrahmte der "Neue Musikverein". Die Wahl der Stücke war schon zum damaligen Zeitpunkt auf einem hohen Niveau, darunter eine Ouvertüre, der Konzertwalzer "Wiener Bürger", der "Kaisermarsch" und die "Alten Kameraden". Die hauptsächlichen Aufgaben zum damaligen Zeitpunkt waren die Weihnachtsfeier des Liederkranzes, die Christbaumfeiern des katholischen Arbeiter-Vereins, das "Bockfest" im "Ulmer Hof" und Fasnetsveranstaltungen wie der Fabrikball in der Restauration Straßer (Bürgerstüble), sowie Ball-Veranstaltungen im "Sternen" in Otterswang und im "Ochsen". Zu den Vereinsverpflichtungen kamen noch die weltlichen. So spielte man am 25. Februar 1913, dem Geburtstag Seiner Majestät des Königs Wilhelm II. von Württemberg. Schon morgens um 7 Uhr war Tag-wache. Dann wurde bei verschiedenen Herren, die mit Orden und Ehrenzeichen ausgezeichnet waren, ein Ständchen gespielt. Um halb neun holte man die Arbeiter vom Hüttenwerk ab, und es ging gegen 9 Uhr im Festzug vom Rathaus zur Kirche. Nach dem Festgottesdienst versammelten sich die Musiker zum Frühschoppen im "Ochsen" und ab Punkt 12 Uhr wurde im "Löwen" beim Festessen konzertiert.
Zum ersten Mal wird im Jahr 1913 von einem Maiausflug berichtet (Den Feiertag 1. Mai gab es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Er wurde erst durch Adolf Hitler eingeführt). Am Pfingstsonntag, früh um 5 Uhr, marschierte die Kapelle auf die Burg zu Bauer Forstenhäusler und anschließend nach Otterswang, wo in den Gasthäusern "Stern" und "Hirsch" die Musiker musizierten.
Die alljährliche Umrahmung des Fronleichnamfests war eine Selbstver-ständlichkeit und oft nahm dieser Einsatz den ganzen Tag in Anspruch, von morgens früh 5 Uhr bei der Tagwache, dem Frühschoppen im "Löwen" bis zum Konzert im "Ochsensaal", das gegen 19 Uhr zu Ende ging.
Auswärtige Einsätze wie beim Fronleichnamsfest am Sonntag, den 25. Mai 1913 in Muttensweiler gehörten ebenfalls zum Umfang. Beim Musikfest in Friedrichshafen am 20. Juli 1913 erreichte der Musikverein Schussenried in der "Höheren Stufe" einen Ia-Preis. Mit einem vom Militärverein Friedrichshafen gestifteten Pokal kehrten die Musiker mit dem letzten Zug heim und wurden am Hauptbahnhof mit Lichterglanz und Donnerschall der Kanonen empfangen.
Zum Magnusfest am 7. September 1913 erhielt der Verein von Schneider-meister Thomas Eisele eine Uniform. Es folgte die Verabschiedung der Rekruten sowie die "Höhenfeier" bei Roppertsweiler mit anschließendem Feuerwerk und einem großen Zapfenstreich im Klosterhof. Zum Mitgliederkonzert am 1. Februar 1914 zog es so viele Musikbegeisterte an, dass der ganze Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Vier Stunden lang spielten die Musiker vor einem begeisterten Publikum. Immer wieder wurden Wiederholungen und Zugaben gefordert. Der Schriftführer notierte: "Wir können mit großem Stolz auf dieses Konzert zurückblicken. Wir haben auf unsere Mitglieder und auch auf die von auswärts gekommenen Gäste großen Eindruck gemacht".
Im Mai 1914 konnte der Musikverein die Leistungsfähigkeit und die Be-liebtheit erneut beweisen durch das Konzert im überfüllten "Schützenkeller" in Biberach am vorletzten Maisonntag. Ganz besonders bemerkenswert war, dass Ende Juni 6 Mann nach Ravensburg berufen wurden, um an zwei Tagen im Zirkus Knie zu musizieren. Wenige Tage später, am 1. August 1914, machte die Mobilmachung dem erfolgreichen, ja großartigen musikalischen Wirken des "Neuen Musikvereins" ein jähes Ende. 11 Musikanten, die Kernmannschaft des Vereins, mussten sofort ihr Instrument mit dem Gewehr tauschen, vier weitere folgten bis Januar 1915. Dieser entscheidende Einschnitt im Vereinsleben brachte, nachdem kein Klangkörper mehr alleine spielfähig war, die beiden seit vielen Jahren getrennten Kapellen zusammen. Albert Uhl übernahm die Dirigentenstelle für den in der Heimat verbliebenen Rest, um wenigstens bei den Trauergottesdiensten für die gefallenen Soldaten spielen zu können. Der Vorstand Johannes Behr beschloss das Protokoll am Vorabend seiner Einberufung, am 25. November 1914, mit folgenden Worten:
Leb' wohl Musik, leb' wohl mein liebes Tenorhorn. Wer weiß, ob wir wieder eine so schöne Musik zusammenbringen, wie vor dem Krieg. Ob wir uns wieder sehen? Der, der alles lenkt und leitet wird es wissen und alles zum Besten wenden.

Johannes Behr  1. Vorstand
Während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 schwieg das Protokoll. Was wäre auch an Erfreulichem zu berichten gewesen. Doch gleich nach Kriegsende, am 5. Januar 1919 fand im "Oberen Bräuhaus" eine allgemeine Ver-sammlung beider Musikkapellen statt, an welcher 28 Musiker teilnahmen. Die Versammlungsteilnehmer waren jedoch nicht in der Lage, eine ge-meinsame Linie zu finden. Ein paar Unentwegte ließen sich aber nicht entmutigen und luden bereits anderntags zu einer Versammlung in das Gasthaus "Linde" ein. 14 Mann, der harte Kern des "Neuen Musikvereins", stimmten der Gründung eines neuen Vereins zu, sofern die Gemeinde sich zu einer finanziellen Unterstützung bereit erklärte.
Als vorläufiger Geschäftsführer übernahm Johannes Behr jun. das Amt, als Probeleiter wurde Karl Gindele gewählt. Ohne einen weiteren Vermerk wird von der Begrüßungsfeier der heimgekehrten Krieger im "Löwensaal" am 9. Februar 1919 berichtet, bei welcher die neu gegründete Kapelle zum ersten Mal nach dem Krieg wieder aufspielte.
Anlässlich einer außerordentlichen Versammlung am 25. Februar 1919 im Gasthaus "Adler" wird beschlossen, das Inventar der Kapelle Uhl (Albert Uhl ist noch während des Krieges am 12. Januar 1916 gestorben) um 250 Mark und das Inventar des "Neuen Musikvereins" um 350 Mark zu übernehmen. Vorstand wurde Johannes Behr, Dirigent Karl Gindele. Die Maifeier 1919, welche nun vom Sozialdemokratischen Verein veranstaltet wurde, begann mit der Tagwache um 6 Uhr, und von 15 Uhr bis 19 Uhr spielte man im "Löwensaal" Unterhaltungsmusik.
Ebenso wurde der musikalische Part beim Fronleichnamsfest übernommen, wobei die Tagwache wie früher bereits um 5 Uhr begann. Außer den üblichen Konzerten im Jahre 1920 war der Höhepunkt die Mitte Mai statt gefundene Begrüßungsfeier für die heimgekehrten Gefangenen, an welcher die ganze Kapelle teilnahm. Die Heimkehrer wurden zu einem Festessen in den Gasthof "Linde" und nachmittags zu einem Bankett unter der Mitwirkung des Musikvereins und des Liederkranzes in den "Löwensaal" von der Gemeinde eingeladen.
Außer den normalen Engagements an Fronleichnam, dem Jugendturntag, dem Magnusfest und beim "Abturnen" des Turnvereins, sowie bei den Weihnachtsfeiern sind im weiteren Verlauf des Jahres keine besonderen Vorkommnisse verzeichnet. Im Jahr 1921 erfolgte eine musikalische Um-rahmung der Sommernachtsfeier auf dem Festplatz des Franz Linder (Linder Garten) sowie die Mitwirkung beim Turnfest am 18. September 1921. Bei der Generalversammlung am 28. Dezember 1921 ging das Dirigentenamt an den bisherigen Stellvertreter Fritz Krimmer. Das Amt des Vorstands übernahm Richard Dehner.
Schon am 22. Januar 1922 wurde zusammen mit dem Turnverein eine Schlittenfahrt nach Alleshausen durchgeführt. Das Jahr 1922 wird übrigens das Jahr der Vereinsfeste. Am Sonntag, den 7. Mai stand die "einjährige Gründungsfeier" des Fußballvereins an und am 21. Mai veranstaltet der Radfahrverein "Frisch Auf" ein Sportfest, nachdem zuvor der schon zur Tradition gewordene Maiausflug nach Otterswang über Burg, Atzenberg und Hohes Kreuz veranstaltet wurde. Der Turnverein gestaltet im Juli ein Kinderfest, die freiwillige Feuerwehr beging kurz danach ihr 50jähriges Jubiläum.
Bei all diesen Anlässen ist die Musikkapelle als ein gestaltendes Element von wesentlicher Bedeutung. Am 7. Juli 1923 fuhr die Kapelle zum Musikfest nach Mengen und zog am 8. Juli mit einem 1. Preis mit 124 Punkten nach Hause. Im Herbst des Jahres 1923 zeichnet sich wieder eine Krise ab, deren Ursache sicher auch in der katastrophalen Wirtschaftssituation zu suchen ist. Die Inflation trieb ihrem Höhepunkt entgegen. Die außerordentliche Versammlung am 21. Oktober 1923 wurde nicht mal mehr von 30 % der Aktiven besucht. Obwohl die Vereinskasse vollständig erschöpft war, konnte an eine Beitragserhöhung nicht gedacht werden. In dieser Not wurde in einer Versammlung am 21. November 1923 beschlossen, die Gemeinde um finanzielle Unterstützung zu bitten. Der Gemeinderat beschloss folgendes: Ab 1. Dezember bezahlt die Gemeinde, solange Karl Gindele Dirigent ist, 300 Mark. 100 Mark Unterhaltungskostenzuschuss wurden gewährt. Licht und Heizung im Probelokal sind frei. Als Gegenleistung verlangte die Gemeinde eine unentgeltliche Mitwirkung an 3 Gemeindefesten, sofern diese auf einen Sonntag fallen. Dieses Angebot wurde angenommen und die ganze Kapelle spielte bei der Einweihung des Kriegerdenkmals. Somit kann aus heutiger Sicht im 200. Jubiläumsjahr des Musikvereins erwähnt werden, dass die Gemeinde Schussenried seit 80 Jahren den Dirigenten bezuschusst. Anlässlich der Generalversammlung am 29. Dezember 1923 wird u.a. auch der Kassenbericht vorgetragen. Er schließt mit folgenden Beträgen ab:
Einnahmen:                   43.005.168.165.963,00 Mark

Ausgaben:                       8.400.005.480.596,00 Mark

Kassenbestand:             34.605.092.685.340,00 Mark

Das sind also: 34 Billionen, 605 Milliarden, 92 Millionen, 685 Tausend und 340 Mark !!
Beim 50jährigen Jubiläum des Musikvereins Ummendorf 1924 erreichte der Musikverein einen 1a Preis in der höheren Stufe mit der Ouvertüre zu "Dichter und Bauer" von Franz von Suppe'. Beim 75. Gründungsfest des Turnvereins Schussenried am 2. und 3. August 1924 bestreitet die Kapelle den musikalischen Part mit Bravour. Um dabei die neu angeschaffte Lyra spielen zu können, kam ein Aushilfsmusiker aus Biberach. Im Mai 1925 beschloss der Verein mit der hiesigen Blutreitergruppe am Blutritt in Weingarten teilzunehmen. Ebenso spielten die Musiker im Jahr 1925 verstärkt bei Hochzeitsmusiken, denn dies war eine willkommene zusätzliche Einnahmequelle.
Traditionell wurde 1925 das Fronleichnamsfest und das Magnusfest musi-kalisch umrahmt. Eine Beteiligung am Oberschwäbischen Verbandsmusik-fest in Leutkirch, allerdings diesmal ohne Beteiligung am Wertungsspiel, erfolgte ebenfalls. Bei der Generalversammlung 1925 im "Oberen Bräuhaus" übernahm Karl Gindele neben dem Dirigentenamt auch das Amt des Vorstands, welches er erst am 29. Dezember nach Meinungsverschiedenheiten antrat.
Bei der Generalversammlung 1926 fiel die Wahl des Vorstandes auf Hyazinth Müller, zum Dirigenten wurde in geheimer Wahl Fritz Krimmer gewählt. Bei der Fahnenweihe des Liederkranzes am 23. und 24. Mai 1926 wirkte der Musikverein ebenfalls mit. Beim Bezirksmusikfest 1926 in Buchau erreichte der Verein in der Oberstufe einen 1a Preis mit 84 Punkten. In der Zeit vom 25. bis 28. September 1926 wurden die Ringkämpfe des internationalen Ringerverbandes musikalisch umrahmt. Bei internationalen Ring- und Boxkämpfen vom 21. bis 30. Mai 1927 wirkte der Musikverein abteilungsweise im Lindergarten und Ochsensaal mit. Am Samstag, den 4. Juni 1927 ging es per LKW, der mit einer Plane überdeckt war, in Richtung Füssen. Nach fast 8-stündiger Fahrt mussten die Musiker schon 2,5 Stunden nach der Ankunft beim Wertungsspiel in Klasse C, "schwere Musik" auftreten. Die 27 Mann starke Kapelle spielte unter der Leitung von Fritz Krimmer die Ouvertüre "Phignie in Aulis" von Gluck. Trotz sehr großer Konkurrenz erhält die Kapelle einen 1a Preis mit 117 Punkten und einen Pokal. Die Eröffnung des "Linder'sche Saalbau" am 8. Oktober 1927 fand unter Mitwirkung der ganzen Kapelle statt.
1928 übernahm Militärkapellmeister Dornis aus Weingarten das Amt der Dirigenten. Am 7. und 8. Juli 1928 wurde das "1. Oberschwäbische Bezirks-musikfest" in Schussenried abgehalten. Ende Juli 1928 nahm der Musikverein beim II. Oberschwäbischen Bezirksmusikfest in Ostrach-Jettkofen teil. Wieder konnte in der Oberstufe, neben der Stadtkapelle Saulgau ein Spitzenplatz erreicht werden.
Am 10. August 1928 übernahm Dr. Gruber den verwaisten Vorsitz des Ver-eins. Ende September 1928 fanden an 10 Tagen im Linder Saalbau wieder Internationale Ringkämpfe statt, bei denen der Musikverein die musikalische Umrahmung übernahm. Am 10. Mai 1929 begleitete die ganze Kapelle die Schussenrieder Blutreitergruppe bei der Prozession in Weingarten. Beim III. Bezirksmusikfest am 6. Juli 1929 in Weißenau konzertiert die Kapelle unter der Stabführung von Karl Dornis. Vom 21. September bis 2. Oktober 1929 fanden im Saalbau wieder täglich Ringkämpfe statt, bei denen im Rahmenprogramm jeweils die ganze Kapelle mitwirkte. Am 24. Mai 1930 ging es dann zum 1. Bundesmusikfest nach Friedrichshafen. Hier erspielte man sich in der Oberstufe D einen 1a Preis mit der höchsten Zahl von 141 Punkten heraus.
Die freiwillige Feuerwehr feierte am 1. Mai 1932 das 60-jährige Jubiläum. Vom vorabendlichen Bankett an bis zur Tagwache, zum Festzug und zum Festkonzert ist der Musikverein engagiert. Zu einer nationalsozialistischen Versammlung am 17. Juli 1932 wurde die Kapelle engagiert. Das Ersuchen, gegen Entgelt Musik zu einem Umzug der NSDAP zu spielen, lehnte man ab, da der Verein nicht bereit war, für irgend eine politische Partei bei einem Propagandaumzug Musik zu spielen. Dann kam der 1. Mai 1933 als Nationalfeiertag.
Die Arbeiter des Hüttenwerks, die Belegschaft der Heilanstalt und sogar die Arbeiter des Torfwerks wurden mit Musik zum gemeinsamen Kirchgang abgeholt. Das geplante Platzkonzert auf dem "Hindenburgplatz" (dem umbenannten Schlosshof) musste wegen schlechter Witterung in den Saalbau verlegt werden. Und schon am 7. Mai 1933 folgte der Tag der Fahnenweihe der NSDAP mit Tagwache, Feldgottesdienst an der Löwenstrasse, Festzug mit anschließendem Festprogramm wieder im Saalbau.
Im Zuge der politischen Lage erfolgte in diesem Jahr eine Umstrukturierung des Musikvereins zu einer SA-Kapelle. Der Musikverein unterstand somit der Ortsgruppenleitung Schussenried, was auch zur Ursache hatte, dass andere Arten von Veranstaltungen gespielt werden mussten, wie z.B. NS-Hochzeiten, Schlageter-Gedenkfeier und Parteiveranstaltungen. Am Magnusfest 1934 fiel der offizielle Kirchgang "umständehalber" aus. Das Schlimmste an dieser Zeit war, dass von der NSDAP für Parteiengagements der Musikverein keine finanzielle Unterstützung erhielt und deshalb auf seinen Kosten sitzen blieb zum Wohle der Partei. Wie das ganze öffentliche Leben, so wurde auch der Musikverein von der Partei vereinnahmt und die Musiker hatten nur noch den Anordnungen der NSDAP Ortsgruppe Folge zu leisten.
Ab dem 28. April 1935 übernahm Willy Beyerlein aus Biberach das Amt des Dirigenten. Die Protokollaufzeichnungen endeten ab dem Jahre 1935. Sicherlich waren von 1935 bis nach dem Krieg musikalische Einsätze. Die aus dem Krieg und später aus der Gefangenschaft heimkehrenden Musik-kameraden wurden mit Begrüßungsständchen willkommen geheißen. Nach dem Krieg im November 1949 wurde in Zusammenarbeit mit dem Liederkranz die Operette "Verliebte Leute" aufgeführt, und der Musikverein besuchte in diesem Jahr das Musikfest in Ehingen. Nach und nach blühten wieder alte Traditionen auf. So wurde die musikalische Umrahmung der Fasnet, die 1.-Mai-Wanderung, das Fronleichnamsfest und das Magnusfest fester Bestandteil des Vereinslebens. Bei der Stadthalleneinweihung am 20. Dezember 1952 wirkte die Stadtkapelle ebenfalls mit. Das 150-jährige Bestehen feierte man am 30. und 31. Mai 1953 mit einem großen Bezirksmusikfest. 
Ab 1955 wurde Hugo Babor neuer Dirigent der Stadtkapelle. Im Jahre 1956 übernahm Helmut Berner das Amt des Vorstandes. Bis 1957 führte man in der Georg-Kaess-Schule die Musikprobe durch, ab diesem Jahr konnte der Musikverein sein neues Probelokal in der alten Turnhalle beziehen. Mit dem ersten Kurkonzert in der Stadthalle am 23. August 1958 übernahm der Musikverein eine weitere Verpflichtung im öffentlichen Interesse der Stadt. Beim Gästeabend in der Stadthalle am 12. Juni 1964 trat die ganze Kapelle in neuen Uniformen auf und am 16. September 1964 konzertierte die Stadtkapelle beim "Ersten Promenadenkonzert" im neuen Musikpavillion im Kurpark.
1965 fand die Fahnenweihe der Schützengilde statt. Selbstverständlich umrahmte die Stadtkapelle diese Veranstaltung. Das herausragende Er-eignis des Jahres 1966 war die Verleihung der Bezeichnung "Bad" durch die Regierung des Landes Baden-Württemberg mit dem Dekret vom 26. April 1966. Die Feier dieser Auszeichnung fand nach dem Willen des Gemeinderats am Freitag, den 27. Mai, zusammen mit der Neueröffnung der umgebauten Stadthalle statt, natürlich mit entsprechender musikalischer Umrahmung durch die Stadtkapelle. Im Juli 1968 besuchte man das Kreismusikfest in Haidgau und das Bezirksmusikfest in Laupheim. Anfang des Jahres 1970 wurde Hubert Kohler als Nachfolger von Josef Handgretinger zum Bürgermeister gewählt. Die musikalischen Glückwünsche überbrachte die Stadtkapelle.
Ab den siebziger Jahren spielte die Stadtkapelle als tragendes Element bei der Narrenzunft in der Schussenrieder Fasnet als "Hofkapelle". Zum ersten Mal veranstalten die Musik- und Gesangpflegenden Vereine und Gruppen am 22. Mai 1971 das "Musikalische Blütenfest" in der Stadthalle mit vollem Erfolg.
Ab 1972 übernahm Musikdirektor Erhard Scholtes das Amt als neuer Dirigent der Stadtkapelle. Bemerkt werden muss, dass sich auch immer mehr Mädchen ab 1973 für die Ausbildung an einem Instrument interessierten, so dass nach fast 175-jährigem Bestehen das weibliche Element Eingang in die bisher von Männern dominierte Musikerschar fand. Die erste Musikerin der Stadtkapelle war Aloisia Zell. Am 1. Juni 1973 erhielten die Aktiven neue Uniformen. Das Kinderfest fand dieses Jahr in Form des "Parkfestes" am 30. Juni und 1. Juli statt. Am 24. Oktober 1973 bestritt eine 40-köpfige Abteilung der Jugend zum ersten Mal ein Kurkonzert. Bei der Generalversammlung 1975 übernahm Malermeister Hugo Schmid das Amt des Vorstandes. Am 28. August 1976 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines Vereinsheims. Mit großem Elan gingen die damaligen "älteren" Musiker an die Arbeit. Tatkräftig wurden Sie von verschiedenen Schussenrieder Firmen unterstützt.
Als freiwillige Helfer sind Zimmermeister Gebhard Dieng und Zimmermann Bruno Krug, sowie die "pensionierten" Aktiven Alois Schiller und Lorenz Danner mit von der Partie. Am 26. November 1976 konnte bereits der Auf-richtschmaus gefeiert werden. Die Jugendmusikkapelle nahm mit 94 Zö-glingen am Kreisjugendmusiktag 1976 in Eberhardzell teil. Am 14. Oktober 1978 erfolgte die Einweihung des Vereinsheims verbunden mit dem 175-jährigen Bestehen des Musikvereins. Zum Festauftakt, welcher im Kreis der Ehrengäste, der Vereinsleitung und der Aktiven statt fand, erfolgte die Schlüsselübergabe und die Einweihung. Nach der musikalischen Eröffnung begrüßte der 1. Vorsitzende Hugo Schmid die Ehrengäste, voran die Geistlichen beider Konfessionen, Pfarrer Schmid und Pfarrer Wiedmann, Landrat Dr. Steuer, den Vorsitzenden des Volksmusikkreisverbands Herr Schust, Stadtrat Dieng in Vertretung von Bürgermeister Kohler und viele mehr. Aus den Händen von Stadtbaumeister Dumicz, der sich durch seine planerischen Arbeiten und die bautechnische Beratung verdient gemacht hatte, konnte Hugo Schmid die Schlüssel zum neuen Heim in Empfang nehmen. Die Einweihungsfeierlichkeiten der neuen Kreissparkasse, die das traditionsreiche Gasthaus zum "Löwen" erworben und umgebaut hatte, spielte die Stadtkapelle am 17.12.1978.
Ab dem 29. Oktober 1982 übernahm Peter Doubeck das Amt des Vorstands. 1983 umrahmte die Stadtkapelle die 800-Jahrfeier des Prämonstratenser-Klosters, das die Kath. Pfarrgemeinde Bad Schussenried beging. Zum 1. Januar 1985 wird, im Einvernehmen mit der Stadt und dem Musikverein, Thomas Schultheis als Dirigent angestellt. Mit diesem Dirigentenwechsel änderte sich das Musikniveau des Musikvereins.
Thomas Schultheis hob die musikalische Früherziehung aus der Taufe. Die Jugendkapelle, welche nicht mehr existierte, wurde von Grund auf neu aufgestellt und besitzt heute ein Niveau, das sich sehen lassen kann. Voller Stolz konnte Peter Doubeck bei der Generalversammlung 1986 berichten, dass das Vereinsheim nach nur knapp 10 Jahren schuldenfrei war.
Mit dem neuen Dirigenten erhielt die Stadtkapelle 1987 auch ein neues Erscheinungsbild. Man lehnte sich an die Stadttracht von Schussenried an. Die nicht mehr benötigten alten Uniformen wurden der Brass Band Morogoro nach Afrika übersandt. Ab dem Jahre 1989/1990 begann mit den Musikvereinen Reichenbach und Steinhausen/Muttensweiler die Errichtung einer gemeinsamen Musikschule unter der Federführung des Musikvereins. Im Juli 1989 besuchte nach langer Pause die Stadtkapelle wieder ein Musikfest mit Wertungsspiel in Aulendorf, wobei man in der Oberstufe einen 1. Rang mit Auszeichnung holte.
Im Jahre 1991 konnte die Musikschule des Vereins bereits über 100 Schüler und 11 Lehrer vorweisen. Ab 1994 reichte der Proberaum des Vereinsheims für die Jugendausbildung nicht mehr aus und es konnte mit dem Einvernehmen der Stadtverwaltung auf Schulräume ausgewichen werden.
1995 stieg die Zahl der Musikschüler auf 181 und 1996 auf 220 an. Beim 50-jährigen Stadtjubiläum am 6. September 1997 wirkte die Stadtkapelle mit einem Serenadenkonzert und großen Zapfenstreich mit.
Im Jahre 1999 nahm der Musikverein zum ersten Mal in seiner Geschichte bei einem Wertungsspiel für Marschmusik in Obermarchtal teil. Hier konnte in der Klasse A ein hervorragendes Ergebnis erzielt werden. Ebenfalls einmalig in der Vereinsgeschichte war die musikalische Umrahmung eines feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr am 12. August 1999 im Zellerseestadion.
Die Anzahl der Musikschüler wuchs in diesem Jahr auf 261. Ein Event zur Jahrtausendwende war die musikalische Umrahmung des Bieranstichs beim Magnusfest 2000 unter dem Namen "Die etwas andere Stadtkapelle". Der Verein präsentierte sich hier mit vollem Erfolg mit einem Programm, das von moderner Musik geprägt war. Bei der Generalversammlung im Jubiläumsjahr übernahm der Malermeister Ulrich Schmid den Vorsitz des Musikvereins. Er übernahm das Amt von Peter Doubeck, der wiederum vom Vater des jetzigen Vorstands.
Zu den festen Bestandteilen des Jahreskreises gehört heute die Schussenrieder Fasnet, sei es auf der Straße oder in der Stadthalle. Ebenso gehört das Osterkonzert, welches zugleich das Jahreskonzert der Stadtkapelle ist zum jährlichen Programm. Die Maiwanderung am 1.Mai, die musikalische Umrahmung von kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen, sowie Jubiläumsfeste der Schussenrieder Vereine bis zur Öschprozession und das Magnusfest werden auch jährlich bestritten. Das Adventskonzert in der Christuskirche wurde von Musikdirektor Thomas Schultheis aus der Taufe gehoben. Es fand bei den Bürgern unserer Stadt reges Interesse und wird deshalb auch jedes Jahr wiederholt.
2003 konnte das 200-jährige Jubiläum des Musikvereins gefeiert werden. Es wurde am 18. Juli ein großer Festabend im Bibliotheksaal veranstaltet. Des Weiteren waren das ganze Jahr hindurch verschiedene Festkonzerte und Festveranstaltungen.
Im Jahr 2005 konnte in Haisterkirch beim Wetungsspiel die Note "Sehr gut" erreicht werden. Leider trennten sich die Wege der gemeinsamen Musikschule von Bad Schussenried, Reichenbach und Steinhausen/
Muttensweiler in diesem Jahr.
Im darauf folgenden Jahr 2006 wurde gleich wieder an einem Wertungs-spiel mitgemacht. Dieses mal beim Kreismusikfest in Mühlhausen. Die Stadtkapelle erreichte wiederum die Note "Sehr gut". Im gleichen Jahr wurde die Vorstandschaft fast komplett durch die jüngere Generation ausgetauscht. Vorsitzender Ulrich Schmid legte sein Amt ebenfalls nieder. Es wurde eine Satzungsänderung in der Generalversammlung beschlossen, dass es zukünftig 3 gleichwertige Vorsitzende gibt. Es wurden Wolfgang Maurer, Bernd Laux und Andreas Schultheis zu den Vorsitzenden gewählt. Die neue Vorstandschaft lies alte Tradition wieder aufleben. Es wurde wieder ein Wunschkonzert gespielt. Dies kam bei der Bevölkerung sehr gut an und wurde auch in den folgenden Jahren wiederholt.
2007 spielte die Stadtkapelle ein Serenadenkonzert am Zellersee. Wobei der Erlös der Gruppe "BISS" (Bürgerinitiative Selbsthilfe Bad Schussen-ried) zugute kam.
Im Jahr 2008 war das Kreismusikfest in der Nachbargemeinde Ingoldingen. Hier konnte die Stadtkapelle die Bestnote "Hervorragend" erspielen. Der Vorsitzende Andreas Schultheis trat sein Amt an Christian Blaser ab. Im Mai erfolgte die Premiere des "Schussfestes" in der Bogenhalle des Schützenvereins. Im Garten des Musikerheims hielten die Musiker im Sommer einen Kameradschaftstag mit den Partnern und Kindern ab.
Im darauf folgenden Jahr wurde wiederum das "Schussfest" in Olzreute abgehalten. Die Kurkliniken in Bad Schussenried schlossen 2009 endgültig ihre Türen. Deshalb wurden die Kurkonzerte abgeschafft. Als kleiner Ausgleich wurde aber eine neue Konzertreihe in den Sommermonaten eingeführt. Seit 2009 gibt es von Mai bis September jeden Sonntag vor dem "Neuen Kloster" ein "Serenadenkonzert". Am 18. Juli 2009 wollte man wie schon 2007 ein Serenadenkonzert für BISS am Zellersee spielen, doch leider musste es wegen Regen und 12°C abgesagt werden. Am 11.09.2009 wurde die Schussenrenaturierung feierlich von der Stadtkapelle umrahmt. Im Oktober machte die Stadtkapelle nach langer Pause wieder einen Ausflug. Die Reise ging nach Eigeltingen am Bodensee.
Im Jahr 2010 konnten wir die Vereidigung von Bürgermeister Achim Deinet, der die Posaune in der Stadtkapelle spielt, umrahmen. Der Vorsitzende Bernd Laux trat sein Amt an die erste weibliche Vorsitzende der Vereinsgeschichte Nadja Scheffold ab. Im April mussten wir leider unsere langjährige Flötenlehrerin und Hornistin Klaudia Vinzelberg viel zu früh zum Grabe begleiten. Das Schussfest wurde wiederum abgehalten, jedoch war kein großer Besucherandrang mehr vorhanden. Das Serenadenkonzert für BISS am Zellersee konnte im Jahr 2010 bei strahlendem Sonnenschein durchgeführt werden. Am 18. Juli 2010 dirigierte unser langjähriger Musikdirektor Thomas Schultheis sein letztes Konzert bei der Stadtkapelle. Er legte das Dirigentenamt zum August nieder. Er konnte am Wunschkonzert im Herbst für 25jährige Tätigkeit geehrt werden. Ab August übernahm der Vizedirigent Walter Hermanutz, der zugleich im Jahr 2010 seine 40jährige Vereinsangehörigkeit feiern konnte, die Leitung der Stadtkapelle. Unterstützend wirkte dabei Norbert Schmidberger bei der Leitung mit. Das marode Dach des Vereinsheims konnte im Herbst erfolgreich von den Musikern saniert werden. Im Herbst erfolgte die Dirigentenausschreibung.

Ende März 2011 konnten wir den Dirigenten Thomas Zinser für die Stadtkapelle gewinnen. Es hieß dann ohne große Eingewöhnung für Dirigent und Musiker gleich intensives Proben für das Osterkonzert. Das Schussfest wurde durch ein Parkfest vor dem Neuen Kloster abgelöst. Dieses Parkfest wurde von der Stadt ins Leben gerufen und zusammen mit mehreren örtlichen Vereinen sehr erfolgreich abgehalten. Ebenso wurde 2011 von der Stadt die "Tour de Ländle" des SWR nach Bad Schussenried geholt, bei der die Stadtkapelle zusammen mit der Narrenzunft und dem Schützenvereins mithelfen durfte. Seit 2010 darf der Musikverein auch beim SCHUSSENRIEDER Oktoberfest mitbewirten. All diese Veranstaltungen sind sehr wichtig für den Verein geworden, da der neue Dirigent komplett vom Verein finanziert werden muss. Musikalische Höhepunkte waren wieder wie jedes Jahr das Osterkonzert, Magnusfest, Wunschkonzert und Adventskonzert. Ende 2011 hat sich ein Gremium aus Musikern gebildet, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, im kommenden Jahr das Geld für eine Vereinsfahne zusammen zu bekommen.
Ende 2012 konnte die Vereinsfahne dann beschafft werden, damit sie im Jubiläumsjahr 2013 eingeweiht werden kann. Das Parkfest 2012 wurde leider von einem starken Unwetter heimgesucht und fiel deshalb sehr mager aus. Beim Kreismusikfest in Hörenhausen spielte die Stadtkapelle das erste Wertungsspiel mit dem neuen Dirigenten und erhielt ein "sehr gut". Um die finanzielle Situation etwas zu bessern, wurden viele Arbeitseinsätze der Musiker geleistet. Unter anderem wurden bei starker Kälte und Schneefall die neu eingeführten "Gelben Abfallsäcke" im ganzen Stadtgebiet verteilt. Auch die Bewirtung am Oktoberfest wurde um einen auf 5 Tage erweitert. Am 15. Oktober 2012 mussten wir leider unser langjähriges und überdurchschnittlich engagiertes Ehrenmitglied Emil Scholz nach über 50 Jahren Mitgliedschaft zu Grabe tragen.
Im Jahr 2013 konnte der Verein auf 210 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Schon Ende März fand das Jubiläums-Osterkonzert statt.
Am 1. Mai marschierten wir bei der 100. Maiwanderung über Atzenberg nach Otterswang und am Sonntag danach konnte die lang ersehnte Fahne eingeweiht und mit einem ordentlichen Fest gefeiert werden. Noch im Frühjahr gab der Dirigent Thomas Zinser bekannt, dass er das Dirigentenamt nach zweieinhalb Jahren wieder niederlegen möchte. Deshalb übernahm der Vizedirigent Norbert Schmidberger ab dem Magnusfest bis zum Jahresende den Taktstock. So konnte in Ruhe eine neue musikalische Leitung gesucht werden.
Schon am 14. Januar 2014 konnte der neue Dirigent Michael Nover aus Ingerkingen die erste Probe leiten. Die Mehrheit der Musiker war sehr froh, einen so professionellen musikalischen Leiter zu finden. Es wurde auch gleich mit der Vorbereitung auf das Osterkonzert begonnen. Die Vorsitzende Nadja Scheffold trat ihr Amt im Frühjahr bei der Generalversammlung an Carina Fessler ab. Im Sommer wurde ein Sommernachtskonzert mit Filmmelodien bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Zellersee gespielt. Das Parkfest 2014 wurde leider nur noch vom Musikverein, Schützenverein und dem türkischen Kulturverein bestritten, so dass die Vielfalt an kulinarischen Angeboten doch sehr schrumpfte. Am Magnusfest durfte die Stadtkapelle am Bieranstich leider nur noch eine kurze Stunde spielen, bevor sie von einer Stimmungsband abgelöst wurde. Dies fand aber wenig Verständnis bei der Schussenrieder Bevölkerung. Das Wunschkonzert im Bierkrugstadel fand ein letztes mal in dieser Konstellation statt, da der Inhaber der Brauerei mit dieser Veranstaltung zu wenig erwirtschaftete. Dafür fand das Adventskonzert in der evangelischen Kirche wieder regen Zuspruch und es konnten über 800,00 € für die Aktion "Brot für die Welt" erspielt werden.
2015 konnte dem Ehrenvorsitzenden Helmut Berner zu seinem 95. Geburtstag ein Ständchen gespielt werden. Das Parkfest wurde wieder von 6 örtlichen Vereinen gemeistert und so war der Fortbestand des Festes gesichert. Am Magnusfest durfte die Stadtkapelle wieder, dank des neuen Festwirts Rauscher, den ganzen Freitagabend zum Bieranstich unterhalten. Die Jugendkapelle gab ein Konzert im Europapark Rust. Im Herbst wurde eine neue Art Konzert veranstaltet, bei dem die Zuhörer entsprechend der Musik von Jugend- und Stadtkapelle kulinarisch verköstigt wurden. Auch die Dekoration der Stadthalle wurde entsprechend von Musikern gestaltet. Beim Adventskonzert konnte der bisherige Höchstbetrag von über 900,00 € für die Aktion "Brot für die Welt"erspielt werden.
2016 verstarben die zwei Ehrenmitglieder Adolf Werner und Günther Mock. Leider mussten wir auch unseren Ehrenvorsitzenden Helmut Berner im Herbst zu Grabe begleiten. Die Jugendkapelle erzielte im Frühjahr beim Wertungsspiel in Ingoldingen die Bestnote "Hervorragend" und wurde für das "Jugend-Blasmusik-Festival" der Kreisverbände Biberach, Bodensee, Ravensburg und Sigmaringen nominiert. Im Sommer gab der Dirigent Michael Nover leider bekannt, dass er das Dirigentenamt nach drei Jahren zum Jahresende aus zeitlichen Gründen wieder niederlegen möchte. Nach der Sommerpause wurde dann gleich mit der Ausschreibung der Dirirgentenstelle begonnen und kurz vor Jahresende der neue Dirigent Manuel Zieher aus Bad Schussenried eingestellt.
2017 begann mit den Vorbereitungen zum Osterkonzert. Manuel Zieher begeisterte sowohl Musiker mit seiner Arbeit, wie auch die Zuhörer am Konzert. Im Sommer konnte ein Doppelkonzert mit der Stadtkapelle Biberach im Wielandpark in Biberach aufgeführt werden. Im Herbst wurde eine zweite Auflage des Herbstkonzertes aufgeführt, bei dem die Zuhörer entsprechend der Musik von Jugend- und Stadtkapelle kulinarisch verköstigt wurden. Auch die Dekoration der Stadthalle wurde entsprechend von Musikern gestaltet. das Motto lautete dieses Mal: "Die 70er/80er-Samstagabend-Fernsehshow für die ganze Familie". Die Jugendkapelle belegte beim "Jugend-Blasmusik-Festival" in Schemmerhofen einen sehr guten 2. Platz. Sowohl die Eröffnung der frisch renovierten Klosterarkaden, als auch die Verabschiedung des Stadtpfarrers Joachim Meckler in den Ruhestand durfte die Stadtkapelle feierlich mitgestalten.
 
So kann der Musikverein im Jahr 2018 auf ein bewegtes Vereinsleben zurückblicken, das alle Höhen und Tiefen des menschlichen Empfindens aufweist. Sicherlich kann hier an dieser Stelle nur ein Abriss aufgezeigt werden und so hat diese Zusammenfassung keinen Anspruch auf Voll-ständigkeit. Es soll vielmehr aufgezeigt werden, dass es erfreulicher Weise unter den Bürgern viele gibt, die mit Idealismus und Ausdauer Blasmusik vortragen zur Freude ihrer Mitmenschen bei vielen Gelegen-heiten!

Falls Sie selber Mitglied werden möchten bei unserem Musikverein, dann füllen Sie bitte das Anmeldeformular aus und schicken es zu einem der Vorsitzenden. Oder Sie geben es bei Herrn Schultheis im Vereinsheim an der Schulstraße ab. Vielen Dank!
Das Anmeldeformular gibt es als pdf-Datei
hier!